Termine
Das ist los in der offenen Kirche St. Simeonis
Orgelvesper am Donnerstag, 6. August, 2026, 17.30 Uhr
An der Marcussen-Orgel: Ole Kirchberg
Das etwas andere Café am Freitag den 21. August 2026, 19.00 Uhr
Gunda Kleine und Marion Neuhaus vom Team der offenen Kirche St. Simeonis laden ein zu einem kurzweiligen Abend im Stil von “Das Café am Rande der Welt”. Ein Abend zum Innehalten, Austauschen und Neu-Ausrichten, mit Wärme, Tiefe und Leichtigkeit.
Für Erwachsene und Junggebliebene, die eine nachdenkliche, aber nicht zu schwere Stunde genießen möchten.
Manchmal braucht es nur einen Abend und die richtigen Fragen.
Orgelvesper am Donnerstag, 3. September 2026, 17.30 Uhr
An der Marcussen-Orgel: Johannes Hartmann
Einfach da sein – Unterstützung in schweren Zeiten
Donnerstag, 3. September, 18.30 Uhr
Einfach da sein. Das klingt selbstverständlich – und ist doch oft gar nicht so einfach.
Wenn Menschen in unserem Umfeld eine schwere Zeit durchleben, möchten wir ihnen beistehen. Doch nicht selten fühlen wir uns unsicher: Was soll ich sagen? Wie kann ich helfen? Dabei braucht es oft weniger Antworten als wir denken. Manchmal ist das Wertvollste, einfach zuzuhören und da zu sein.
Genau darum geht es in der Arbeit der TelefonSeelsorge: mit offenem Ohr, Zeit und Aufmerksamkeit Hoffnung schenken und Verbindung schaffen.
Mitarbeitende der TelefonSeelsorge laden Sie herzlich zu einem Impuls und anschließendem Gespräch ein.
Ausstellung „100+ Synagogen in Deutschland“ 15.09. – 15.10.2026
Ausstellungseröffnung mit Alex Jacobowitz am Dienstag, den 15. September 2026, 18.00 Uhr
Alex Jacobowitz wurde 1960 in einer aschkenasischen jüdischen Familie in New York geboren. Ausgebildet als klassischer Musiker, begann er erst mit dem Studium der traditionellen jüdischen Instrumentalmusik (Klezmer), als er um 2000 nach Berlin kam. Seine Solokonzerte mit jüdischer Musik, verbunden mit Erklärungen zu deren Bedeutung und Geschichte, stossen auf großes Interesse und führen ihn häufig zu Konzerten in ganz Europa, wo er authentische Musik an authentischen Orten spielt. Aber in Deutschland war die Suche nach Synagogen, in denen er spielen konnte, oft frustrierend – es gibt keine systematische Übersicht aller Synagogen in Deutschland. Er beschloss, das zu ändern. Er fuhr quer durch Deutschland und fotografierte aktuelle Synagogen und ehemalige Synagogen.
„Jede Synagoge ist eine Tragödie, aber auch eine freudige Entdeckung, deren Geschichte darauf wartet, erzählt zu werden“, sagt er.
In den Jahren 2016, 2019 und 2024 wurde er in die Künstlerliste des Zentralrats der Juden in Deutschland aufgenommen. 2021 veröffentlichte er im Verlag Hentrich & Hentrich Die Neue Görlitzer Synagoge. Sein größtes Werk, 100+ Synagogen in Deutschland, erschien 2025 und zeigt die atemberaubenden Überreste des Synagogenerbes und der Synagogenkultur in Deutschland.
Diese Ausstellung gibt einen Einblick.
100+ Synagogen in Deutschland

Alte Synagoge Petershagen, Blick in das Informations- und Dokumentationszentrum zur jdischen Orts- und Regionalgeschichte
Bereits im 4. Jahrhundert bewohnten Juden das Land, das heute Deutschland ist. Seitdem bauten die wachsenden jüdischen Gemeinden Synagogen: Gotteshäuser, um ihren Schöpfer zu verehren, architektonisch prächtig und oft einzigartig. Einige Synagogen überlebten den Krieg, die jüdischen Gemeinden jedoch oft nicht. Nach 1945 wurden die meisten Synagogen, die keine jüdische Gemeinde mehr hatten, entweder verkauft oder abgerissen.
Die Ausstellung 100+ Synagogen in Deutschland zeigt stolz die Gegenwart deutscher Synagogenkultur: jüdische Gebetshäuser, die seit über tausend Jahren erhalten geblieben sind; diejenigen, die umfunktioniert wurden und weiterhin das jüdische Erbe erkennen lassen, sowie neue Synagogen, die von den wiederbelebten Gemeinden erbaut wurden.
Diese Ausstellung ist ein atemberaubendes Feuerwerk jüdischer Architektur: von bescheidenen, handbemalten fränkischen Landsynagogen über die UNESCO-Welterbestätten in Erfurt und Wörlitz bis hin zu hypermodernem Design in Mainz und am Frankfurter Flughafen.
Barocke, klassizistische, romanische und neomaurische Sakralbauten werden ebenso vorgestellt wie ein Bauhaus-Tempel in Hamburg.
Alex Jacobowitz legt mit dieser opulenten Ausstellung Zeugnis ab von Deutschlands Synagogen, ihren Geschichten und den Menschen, die diese reichhaltige Tradition am Leben erhalten.
Die Ausstellung und die Begleitveranstaltungen finden statt in Kooperation mit der Arbeitsgemeinschaft Alte Synagoge Petershagen e.V. und der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Minden e.V.
TRIO-KONZERT am 17. September 2026 um 19:00 Uhr

Robert Kusiolek – Akkordeon
Anton Sjarov – Violine, Klangobjekte
Elena Chekanova – Live Elektronik, KlavierPlakat
Die international ausgezeichneten Musiker präsentieren ein vielfältiges Programm mit klassischen Werken sowie eigenen Kompositionen. Über 100 Jahre alte Instrumente begegnen dabei der Elektronik unserer Zeit. Mit einer klaren künstlerischen Vision und einer außergewöhnlichen Instrumentierung erforschen die Musiker neue Klangwelten und schaffen faszinierende akustische Erlebnisse.
Eintritt frei – Spenden willkommen
Ernst Toller „Eine Jugend in Deutschland“: Lesung mit Violine
Sonntag, 20. September, 16.00 Uhr
Frank Meier-Barthel liest Passagen aus „Eine Jugend in Deutschland“ Gerlind Tautorus wird die Stimmungen des Textes mit ihrem Spiel auf der Violine aufgreifen, verstärken, kommentieren.
Ernst Tollers Lebenserinnerungen Eine Jugend in Deutschland klären auf und berühren. Sie zählen zu den besten autobiographischen Schriften des 20. Jahrhunderts.
1893 wurde Ernst Toller in einer kleinen Stadt in Posen in eine bürgerliche, deutsch-jüdische Familie geboren. Er erinnert sich, wie schon die Kinderwelt durch unterschwellige Gewalt und Unrecht geprägt gewesen ist. Die Gegensätze zwischen arm und reich, Vorurteile zwischen Polen und Deutschen und antisemitische Beschimpfungen belasteten die Beziehung zwischen seinem Schulfreund Stanislaus und ihm.
Toller meldete sich freiwillig in den Ersten Weltkrieg – um seine Zugehörigkeit zu den Deutschen zu beweisen. Rasch war er entsetzt, wandelte sich zum Kriegsgegner und nahm schließlich an der Revolution im November 1918 teil.
Seine Wandlung zum Kriegsgegner habe sich vollzogen, als er auf dem Schlachtfeld auf einen Leichnam traf und dachte: Ein – toter – Mensch –
Und plötzlich, als teile sich die Finsternis vom Licht, das Wort vom Sinn, erfasse ich die einfache Wahrheit Mensch, die ich vergessen hatte, die vergraben und verschüttet lag, die Gemeinsamkeit, das Eine und Einende.
Ein toter Mensch.
Nicht: ein toter Franzose.
Nicht: ein toter Deutscher.
Ein toter Mensch.
Alle diese Toten sind Menschen, alle diese Toten haben geatmet wie ich, alle diese Toten hatten einen Vater, eine Mutter, Frauen, die sie liebten, ein Stück Land, in dem sie wurzelten, Gesichter, die von ihren Freuden und ihren Leiden sagten, Augen, die das Licht sahen und den Himmel. In dieser Stunde weiß ich, dass ich blind war, weil ich mich geblendet hatte, in dieser Stunde weiß ich endlich, dass alle diese Toten, Franzosen und Deutsche, Brüder waren und dass ich ihr Bruder bin.
Die Veranstaltung findet statt in Kooperation mit der Arbeitsgemeinschaft Alte Synagoge Petershagen e.V. und der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Minden e.V.